Stellungnahme zum Rechenschaftsbericht des Rektors für die Amtszeit 1997/98

(in der Sitzung des Großen Senats am 29.6.1998 vorgetragen von Dr. Heiner Must, IÜD)

Ich möchte als Vertreter des Wissenschaftlichen Dienstes, insbesondere der Gruppe der Akademischen Räte, zum Rechenschaftsbericht Stellung nehmen.

Eine wenn auch nur kurze Stellungnahme von seiten des sog. Mittelbaus scheint allein schon deshalb an diesem Ort vonnöten, weil diese Gruppe, die immerhin rund 62% des wissenschaftlichen Personals ausmacht (ohne Kliniken, Drittmittelstellen und Bibliotheksdienst) im Rechenschaftsbericht außer im Zusammenhang mit den Dienstaufgabenbeschreibungen nicht vorkommt, wenn ich richtig sehe. Man kann das natürlich auch wohlwollend als Ausdruck der vollen Zufriedenheit des Rektorats mit den Leistungen dieser Gruppe verstehen.

Der Rechenschaftsbericht ist gekennzeichnet durch eine nüchterne Darstellung von Zahlen, Fakten und Entwicklungstendenzen, die zeigen, daß das jetzige Rektorat den vom vorangegangenen Rektorat eingeschlagenen Weg fortsetzt. Grundsätzliche Entscheidungen und längerfristige Strategien werden selten offen angesprochen und gehen wegen der vielen Daten ein wenig unter. Die Optionen des Rektorats finden insgesamt gesehen unsere Zustimmung sowohl in bezug auf die Lehre als auch in bezug auf die Forschung und die Strukturplanung.

Aus der Sicht des Mittelbaus sind die Folgen der Stellenreduktion im Zusammenhang mit dem Solidarpakt von besonderem Interesse. Nicht nur hat der Mittelbau bei den Streichungen ein überproportionales Opfer gebracht, er bekommt auch in besonderer Weise zu spüren, daß durch die Streichungen die Institute und Seminare oft an den Rand ihrer Funktionsfähigkeit gelangen und das verbleibende Personal zusätzlich belastet wird.

Ein Wort noch zu den bereits angesprochenen Dienstaufgabenbeschreibungen. Im Rechenschaftsbericht steht, daß die Personalabteilung diese Aufgabe bis zum Ende des Sommerse-mesters abzuschließen hofft. Dies ist deshalb der richtige Zeitpunkt, um der Personalabteilung zu danken, daß sie das Verfahren mit Offenheit und Pragmatismus zu einem für alle Betroffenen akzeptablen Ende geführt hat. Daß die bisherige Leiterin der Personalabteilung, der dies in erster Linie zu verdanken ist, nun zur Kanzlerin berufen werden soll, erfüllt uns daher auch mit gewissem Optimismus für die künftige Zusammenarbeit mit dem Rektorat.

Dem scheidenden Kanzler danken wir, daß er für den Mittelbau stets ein offenes Ohr gehabt hat. Wir wünschen Ihnen, lieber Herr Kraft, einen Ruhestand, in dem sich möglichst viel von dem erfüllt, was Sie sich vorgenommen haben und in den langen Dienstjahren immer zurückstellen mußten.